Bewohner von Vieques fordern sofortiges Ende der US-Bombentests

Montag 30. Juli 2001, 02:36 Uhr


Fast 70 Prozent stimmen in Referendum für Abzug der Marine
Vieques (AP) Die Bewohner von Vieques haben sich mit großer Mehrheit für ein sofortiges Ende der US-Bombentests auf der Karibikinsel ausgesprochen. In einem Referendum stimmten am Sonntag 68 Prozent der Wähler auf der zum US-Territorium Puerto Rico gehörenden Insel für den sofortigen Abzug der US-Marine. Dies teilte die Wahlkommission am Abend mit. Obwohl das Referendum nicht bindend ist, hofft Puerto Rico damit Druck auf die USA ausüben zu können.

US-Präsident Bush hat vorgeschlagen, die Marine bis 2003 abzuziehen. Für diese Option sprachen sich allerdings nur wenige der rund 5.900 Wähler aus. Etwa 30 Prozent votierten für ein Bleiben der Amerikaner.

Gegner der Bombentests feierten das Referendum als «Sieg des Friedens für Vieques». Die US-Marine erklärte jedoch, das Ergebnis des Referendums werde keine Auswirkungen auf die amerikanische Haltung haben. Die Soldaten würden ihre Übungen am Mittwoch wieder aufnehmen.

Die US-Marine hat Vieques über sechs Jahrzehnte hinweg für Luftlandemanöver genutzt und die 9.300 Einwohner starke Insel als unverzichtbar für die nationale Sicherheit dargestellt. Seit dem Tod eines zivilen Wachmanns bei einem Manöver 1999 werden nur noch Bombenattrappen abgeworfen. In den vergangenen Monaten hat aber die Protestbewegung von Kriegsgegnern, Umweltschützern und Befürwortern der puertoricanischen Selbstbestimmung an Zulauf gewonnen. Die Kritiker machen auch geltend, dass der Abwurf von Bomben die Gesundheit der Inselbewohner gefährde.

In einem für November angesetzten Referendum haben die Bewohner von Vieques nur die Wahl zwischen Bushs Vorschlag und einer weiteren Stationierung der US-Marine auf der Insel.